27. Oktober 2016

Zeugen der Vergangenheit

Unter „Hobby“ verstehe ich etwas Altbackenes. So etwas wie Briefmarken, Bierdeckel oder Münzen sammeln. So gesehen habe ich auch ein Hobby.

Vor einigen Monaten habe ich begonnen, alte historische Postkarten von Amrum zu sammeln. Einige dieser Postkarten habe ich ja auf meiner Seite schon für die Schiebebilder Damals/Heute verwendet. Einige stehen noch aus, andere werden sich dafür nur schwer eignen, da es sich bei diesen Motiven um sehr alte Luftbilder handelt, die man nicht so einfach reproduzieren kann.

Diese neue Leidenschaft ist gar nicht mal so günstig. Es gibt Postkarten, die kosten 1 oder 2 Euro. Es gibt aber auch Karten im hohen zweistelligen Bereich. Man hat in den Portalen der Anbieter schnell raus, welche Karten Raritäten sind und welche es doch noch häufiger gibt. Schön ist es, wenn man private Anbieter findet, die gar nicht viel verdienen wollen und einfach nur für ein paar Cent die Karte verkaufen. Das ist aber ganz selten der Fall. 


Mich interessieren ausschließlich schwarz/weiß Karten im alten Format. Das alte Format ist etwas kleiner als das heute gebräuchliche A6 Format. Die Karten können gelaufen sein oder auch nicht. Das ist nicht wichtig. Auch Gebrauchsspuren lassen sich nicht vermeiden. Das macht auch nichts, da ich jede Karte scanne und die erst dann in die Hüllen eines Sammelordners stecke. Die gescannten Bilder kann ich ggf. noch bearbeiten. 

Die Karten erwerbe ich fast ausschließlich bei eBay. Dort haben viele verschiedene Händler ihre Shops reingesetzt. Mit den Stichworten „Wittdün“ und „Ansichtskarte“ bekomme ich mehr Ergebnisse, als mein eigens für dieses Hobby angeschaffte Sammelalbum an Karten aufnehmen könnte. Da werde ich also nach und nach noch so einiges investieren um einige alte Serien zu vervollständigen oder vielleicht doch noch ganz neue Perspektiven zu finden.

Ich beschränke meine Sammlung – bis auf einzelne Ausnahmen - auf Bilder des Ortes Wittdün, weil ich dort 90% meiner Zeit auf Amrum verbringe und die Postkarten allesamt Orte zeigen, die ich jeden Tag sehe. Es ist hoch interessant zu sehen, wie sich die Insel verändert hat. Anfang des letzten Jahrhunderts zeigen Luftbilder viele unbebaute Stellen, große, monumentale Gebäude, die schon lange nicht mehr existieren. Heute ist die Südspitze mit Ferienhäusern dicht besiedelt, aber dennoch gelingt es den Amrumern ganz gut, die Beschaulichkeit zu behalten. Im Gegensatz zu Sylt und auch zu Föhr, wo sich in Wyk – ich hatte die Insel letztes Jahr 25 Jahre nach meinem letzten Urlaub als Jugendlicher dort – die Insel auch mehr und mehr zu einer kommerziellen Immobilienhochburg verändert.

Für den kommenden Urlaub habe ich drei schöne Motive gefunden, die sich sehr gut für meine Schiebebilder eignen dürften. Ein Motiv, dessen Karte auch meine bisher teuerste war, ist richtig alt, aus dem Jahr 1928 und dann fast dasselbe Motiv Anfang der 50er Jahre. Das sind drei Perspektiven desselben Ortes. Mal schauen, wie ich das umsetze. Dazu dann ab nächste Woche mehr. Meine bisherigen „Amrumer Ansichten“ finden Sie hier.